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Januar 2007

Artikel, sortiert nach Datum

09.01.2007

LESERBRIEF:
Gut ausgebaute Straßen ziehen Verkehr an

ÜBER DIE SITZUNG DES GEMEINDERATS ENDE DEZEMBER UND DEN
BESCHLUSS, DIE PLANUNGEN ZUM BAU DER DIETWEGTRASSE ZU FORCIEREN.

In der Gemeinderatsitzung vom 21. Dezember 2006 wurde beschlossen, die Planungen zum Bau der Dietwegtrasse über den Einstieg in Untersuchungen zu forcieren. Der Beschluss war teilweise begleitet von Bemerkungen aus den Fraktionen, die dem Ernst des Themas nicht gerecht werden. Redebeiträge hinterließen den Eindruck, dass sich nicht jeder im Gemeinderat voll umfänglich über die potenziellen Auswirkungen der Trasse im Klaren ist.
Die bisher diskutierten Varianten (offen, mit Grünbrücken oder mit Tunnel) beschränken sich auf die ersten 700 Meter der Trasse am Dietweg. Im weiteren Verlauf der Trasse, nämlich im unmittelbaren Bereich der westlichen Sondelfinger Wohngebiete, würde jedoch nach heutigem Stand eine offene Straße zu einer auf Stelzen geführten Brücke gebaut werden.
Gut ausgebaute Straßen ziehen bekanntlich Verkehr an. Es ist damit absehbar, dass diese Trasse gravierende Auswirkungen auf Sondelfingen bis nach Reicheneck hat, da aufgrund der vorherrschenden Westwindlage die Umweltbelastung - also Lärm und Abgase - der Wohngebiete durch Schwerverkehr/Pendlerverkehr an Werktagen und Ausflugsverkehr an Wochenenden massiv zunimmt.

Die vorhersehbare Nettozunahme des Verkehrs bedeutet aber auch, dass die angestrebte Entlastung der Reutlinger Innenstadt nicht erreicht werden wird beziehungsweise in den Nordraum verlagert würde.
In Bezug auf die notwendigen Investitionen und laufenden Kosten der Trasse wird die Möglichkeit der Finanzierung durch das Land mittels der Aufnahme in das GVFG-Programm beantragt. Grundsätzlich ist es aus Bürgersicht von nachrangiger Bedeutung, aus welchen Töpfen finanziert wird: Es ist in jedem Fall Geld des Steuerzahlers.

Es kann aber durchaus vom Gemeinderat verlangt werden, sich genau diese Sicht anzueignen und damit die konkrete Aufgabe zu übernehmen, sich mit Alternativen zur aktuellen Planung auseinanderzusetzen. Eine Alternative ist die Beibehaltung des Status quo: keine neue Dietwegtrasse, sondern die Verkehrsführung über die bereits vorhandenen Straßen (B 312/B 28 aus Richtung Stuttgart; B 28 aus Richtung Tübingen).
In jedem Fall sollten die Bewohner des Nordraumes (Orschel-Hagen, Storlach, Sondelfingen und Reicheneck) genau prüfen, wie ihre Interessen im Reutlinger Gemeinderat vertreten werden - oder auch nicht.

Thomas Koch, Reutlingen



Erscheinungsdatum: Dienstag 09.01.2007
Metzinger-Uracher Volksblatt/Der Ermstalbote