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Dezember 2006

Artikel, sortiert nach Datum

08.12.2006 - Dietweg-Demo

Demo des BUND

REUTLINGEN. Der Kreisverband Reutlingen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lädt am Sonntag zu einem Fackelumzug ein. Mit Fackeln und Laternen will man gegen den vorgesehenen Ausbau des Dietwegs demonstrieren. Treffpunkt ist um 17 Uhr beim Aktivitätenspielplatz in Orschel-Hagen.

12.12.2006 Protest gegen den Ausbau formiert sich

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12.12.2006 Leserbrief „Deckel ist ein Versprechen“

„Deckel ist ein Versprechen“

Mit großem Interesse verfolgen wir, die ehemals Aktiven der Bürgerinitiative Dietweg aus dem Jahre 1972, die aktuell wieder aufkommende Diskussion zur Dietweg-Trasse.
Die Tatsache, dass das Bebauungsplanverfahren nun wieder aktiv angegangen werden soll, nachdem der Scheibengipfeltunnel in den 5-Jahresplan des Bundes aufgenommen wurde, verwundert uns nicht.

Mehr als verwunderlich ist allerdings die Tatsache, dass die Trasse nun in drei Varianten – „Einschnitt, Vollüberdecklung, Grünbrücken“ - geplant werden soll! Ein aktueller Leserbrief erinnerte nun die Verwaltung der Stadt Reutlingen und die Stadträte an Aussagen und Zusicherungen der näheren Vergangenheit: „Dietwegtrasse ja – aber nur mit Vollüberdeckelung“!

Wir wollen heute alle Verantwortlichen der Stadt Reutlingen an die eindeutigen Zusagen der Stadt (Bürgermeister Karl Guhl) und des Regierungspräsidums aus dem Jahre 1972 erinnern: „Wenn die Dietwegtrasse jemals doch gebaut werden sollte, dann nur mit der 800m langen Vollüberdeckelung“. Wir fordern die Stadt Reutlingen und den Gemeinderat auf sich an die Zusicherungen aus dem Jahre 1972 zu halten.

Zum Schluss möchten wir an dieser Stelle noch an unseren leider in diesem September verstorbenen Sprecher der damaligen Initiative erinnern. Herr Wolfgang Dohmel, Sozialrichter a.D., hatte sich 1972 mit überaus großen Engagement und Geschick gegen die Dietwegtrasse eingesetzt.

Otto Funk, Reutlingen
Helmut Berger, Reutlingen
BI Dietweg (1972)
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15.12.2006 "Datenlage zu dünn"

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23.12.2006 Ausloten, ob und wie gebaut werden kann

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Ausloten, ob und wie gebaut werden kann

DIETWEGTRASSE / Rat fasst Grundsatzbeschluss
Ausloten, ob und wie gebaut werden kann

Der Gemeinderat fasste am Donnerstag den Grundsatzbeschluss für die Dietwegtrasse - Startschuss für einen langen Prozess, dessen Ergebnis offen ist.

PETER ANDEL

REUTLINGEN Nachdem der Scheibengipfeltunnel in trockenen Tüchern ist, braucht es nach Auffassung von Oberbürgermeisterin Barbara Bosch die notwendige Netzergänzung durch die Dietwegtrasse, weil nur sie eine "voll wirksame Entlastung" für die Oststadt bringe. Mit dem Grundsatzbeschluss, gegen den Grüne und WiR votierten, wird, wie Baubürgermeisterin Ulrike Hotz verdeutlichte, ein "langer Diskussionsprozess" angestoßen.

Nachdem der eigentlich dafür zuständige Bund das Projekt als "nachrangig" eingestuft hat und eine Realisierung in naher Zukunft Illusion ist, will die Stadt die Dietwegtrasse selbst in die Hand nehmen. Und das kostet. Deshalb wird Reutlingen zunächst einen Antrag auf Aufnahme ins GVFG-Programm (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) stellen - und zwar für die weitest gehende Variante "Vollüberdeckelung". Die würde mit 36 Millionen Euro zu Buche schlagen. Der Fördersatz beträgt in diesem Fall 70 Prozent. Von den 78 000 Quadratmeter benötigten Flächen gehören der Stadt bereits 55 000.

Weil der Gesetzgeber aber auch Alternativen in der Planung fordert, wurden zwei weitere Varianten erarbeitet: Offene Trasse mit Einschnitt und Lärmwall (23 Millionen Euro) und offene Trasse mit Grünbrücken (30 Millionen Euro). Das Ganze ist laut Hotz ein "mehrstufiges Verfahren" mit Bürgerbeteiligung und dem Prozedere eines Bebauungsplans. Am Ende muss dann der Gemeinderat entscheiden ob, wie und mit welchen finanziellen Mitteln gebaut werden kann.

Als "unabdingbare Ergänzung" zum Scheibengipfeltunnel bezeichnete Inge Villforth die Dietwegtrasse. Sie schließe für den Verkehr die Lücke zwischen Efeu und der Rommelsbacher Straße. Für die CDU käme aber nur die weitest gehende Variante, die Vollüberdeckelung, in Frage. So sah es auch Dieter Weinmann (FDP/BMR): Beide Projekte zusammen ergäben die optimale Entlastung für die Innenstadt. Was dies bewirken könne, lasse sich am Beispiel des Pfullinger Ursulabergtunnels deutlich ablesen.

Dafür votierte auch Edeltraut Stiedl, die allerdings mit Nachdruck darauf verwies, den Dietweg als Naherholungsgebiet zu erhalten, weshalb nur eine Überdeckelung und nur eine Grünbrücke in Frage käme. Im weiteren Verfahren müssten dann alle Fakten auf den Tisch, vor allem auch die Finanzen, denn "auf Pump" sei die Dietwegtrasse mit der SPD nicht zu machen.

Verkehrliche Wirksamkeit

Kritik übte Christoph Joachim (Grüne) an der Planung. Er bezweifelte die "verkehrliche Wirksamkeit", die Trasse trage mitnichten zur Entlastung der Oststadt bei, sondern zerstöre ein wichtiges Naherholungsgebiet. Dies komme der "Filderisierung" der Nordstadt gleich. Fraktionskollege Rainer Buck sagte, das Verfahren sei in der Reihenfolge falsch: Zuerst mehr Informationen, dann Entscheidung. Und Dr. Edith Ailinger assistierte: Ein solches Großprojekt müsse man fundiert und nicht aus dem Bauch heraus angehen. 36 Millionen "unter die Erde buddeln" sei sehr viel, wandte Dr. Werner Felix Schobel ein und forderte detailliertes Zahlenmaterial ein.

Dem konnte Ursula Menton (FWV) nichts abgewinnen: Erst Grundsatzbeschluss, dann Details. Ohne diesen Beschluss, so Hagen Kluck (FDP/BMR), finde keine Prüfung statt, ob das Projekt - auch finanziell - gestemmt werden kann.