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September 2005

Artikel, sortiert nach Datum

22.09.2005 - Solide finanziert und mit Deckel

Weniger Unfälle, keine Verletzten

VON JÜRGEN KEMPF

REUTLINGEN. Billiger wie eine Ampelanlage und genauso effektiv. Ein Jahr, nachdem der Mini-Kreisverkehr an der Ecke Charlottenstraße/Aulberstraße in Betrieb gegangen ist, hat er seine Bewährungsprobe mehr als bestanden. Es hat zwar Unfälle gegeben - drei an der Zahl - es sind aber wesentlich weniger als bei der ursprünglichen Vorfahrtsregelung und sie sind weniger schlimm. Nur Blechschäden. Der Grund: Durch den neuen Kreisverkehr wird die Geschwindigkeit im Kreuzungsbereich stark gebremst und das hat die besagten Auswirkungen.

Erst viel Skepsis

Nachdem es in sechs Jahren an dieser Kreuzung 33 Unfälle, darunter acht mit Personenschäden, gegeben hatte, war die Verwaltung aktiv geworden und hatte - ausgehend von Beispielen in anderen Städten - diese Lösung vorgeschlagen. Viel Skepsis und ausgedehnte Diskussionen hatte es jedoch gegeben, bis der Kreisverkehr im vergangenen Jahr gebaut werden konnte. 35 000 Euro hat er gekostet. 55 000 Euro wären dagegen die Kosten für eine Ampelanlage gewesen, die zudem das Problem des Rückstaus mit sich gebracht hätte. So aber - und das erkannten die Mitglieder des Bau- und Verkehrsausschusses des Gemeinderats, die sich am Dienstag vor Ort begeben hatten, messerscharf - »Beim Kreisverkehr läuft immer etwas«.

»Es ist eine sehr flüssige, kostengünstige Lösung« unterstrich auch der Leiter des Ordnungsamts Reinhold Bantle, der darauf hinwies, dass bis Ende des Jahres Tempo 30 in der Oststadt endgültig umgesetzt sein wird. Auch vor diesem Hintergrund fand nun CDU-Gemeinderätin Inge Villforth die Lösung »goldrichtig«. Die ursprünglichen Befürworter aus den Reihen von SPD, Grünen und Freien Wählern nahmen die Entwicklung ohnehin mit Genugtuung zur Kenntnis. »Es war wichtig, dass wir an dem Thema dran geblieben sind«, sagte Edeltraut Stiedl (SPD), »wir hoffen, dass es weitere Kreisverkehre in Reutlingen gibt«.

Stellungnahme bleibt

An der beschlossenen Stellungnahme der Stadt in Sachen Outlet-Erweiterungen in Metzingen ändert sich nichts. Bei der Diskussion im Juni war die Befürchtung aufgekommen, dass es um weit mehr Verkaufsflächen gehe, als man zu diesem Zeitpunkt wusste. Im Auftrag des Regierungspräsidiums hat die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) nun die Daten aktualisiert und die Ergebnisse dem Bau- und Verkehrsausschuss vorgetragen. Danach sind in Metzingen vier zusätzliche Outlet-Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von rund 2 000 Quadratmetern entstanden, die im ursprünglichen Gutachten nicht enthalten waren. Eines davon ist noch in Bau. Somit werde sich die Fabrikverkaufsfläche in Metzingen auf 21 785 Quadratmeter erhöhen.

Gleichzeitig fanden im gleichen Zeitraum auch in Reutlingen Umschichtungen statt. So schloss beispielsweise das Echaz-Zentrum, öffneten auf dem Danzer-Gelände und in Mark-West einige neue Schuh- und Modemärkte. Insgesamt kommt die GMA jedoch zu dem Schluss, dass diese ganzen Veränderungen für Reutlingen keinen oder nur einen marginalen Kaufkraftabzug bedeuten.

So bleibt es also bei der bestehenden Stellungnahme im Raumordnungsverfahren, in der die Erweiterungsabsichten insgesamt abgelehnt werden. Insbesondere wendet man sich gegen die Ansiedlung von Fachmärkten in der Stuttgarter und Metzinger Straße, weil die Vorhaben nicht in den engeren Bereich der Innenstadt integriert sind und erhebliche Umsatzverluste in der Reutlinger Innenstadt zu befürchten seien.

Edeltraut Stiedl hatte in der Sitzung noch eine spezielle Frage. In Orschel-Hagen liefen Gerüchte um, dass die Dietweg-Trasse als Teil der Umfahrung Reutlingen nicht überdeckelt, sondern offen geplant werden soll, meinte sie. Baubürgermeisterin Ulrike Hotz darauf hin: »Mir sind keine Überlegungen bekannt, dass die Dietwegtrasse nicht überdeckelt werden soll.« (GEA)