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Juli 2006

Artikel, sortiert nach Datum

„Entscheidungsträger ignorieren den Sachverhalt“

GEA 22.07.2006

- Leserbrief -

„Scheibengipfeltunnel – RP stellt Technischem Ausschuss die neuen Planungen für die Tunnelröhre vor“ vom 15.07.2006

„Entscheidungsträger ignorieren den Sachverhalt“

Der geplante Scheibengipfeltunnel wird von Anfang an für ein zu geringes Verkehrsaufkommen geplant! Nur so kann der aufmerksame Leser die Aussagen des Referatsleiter „Ingenieurbau“ beim Regierungspräsidium (RP) im GEA-Bericht „Scheibengipfeltunnel – RP stellt Technischem Ausschuss die neuen Planungen für die Tunnelröhre vor“ vom 15.07.2006 verstehen. Hier die entscheidende Passage aus dem Artikel: „ ... Die Tunnelröhre ist für bis zu 23.400 Kraftfahrzeuge pro Tag ausgelegt und soll in Spitzenzeiten rund 1.900 Autos pro Stunde aufnehmen können. Bis zum Jahr 2020, so glaubt das Regierungspräsidium, reiche der Tunnel für diese Verkehrmengen in jedem Fall aus. ... Sollten die Verkehrsmengen wirklich zu groß werden, könne man dann an den Zufahrtswegen Ampelanlagen aufstellen, die dafür sorgen, dass nicht mehr Kraftfahrzeuge in den Tunnel hineinfahren, als die zweispurige Röhre verkraftet. ...“

Im gleichen Artikel wird von „einer Bauzeit von bis zu 10 Jahren“ ausgegangen. Wenn man nun, den von vielen Offiziellen immer wieder genannten Baubeginn im Jahre 2008 zu Grunde legt, reicht die Verkehrskapazität gerade mal für 2 Jahre! Zur Verdeutlichung von realen Verkehrsmengen sei hier ein Reutlinger Beispiel genannt: Der vierspurige Tunnel in der Rommelbacherstrasse bewältigt heute täglich ca. 44.000 Fahrzeuge!

Konkret heißt das: Der Scheibengipfeltunnel müsste aus heutiger Sicht als vierspuriger Tunnel ausgelegt werden, wenn er dem realen Verkehrsaufkommen einen längeren Zeitraum gewachsen sein soll. Dafür müsste er erneut umgeplant werden und würde sich damit weiter, über die bisher genannten 76 Mio. Euro hinaus, verteuern. Nur um die Aufnahme in den aktuellen Fünfjahresplan des Bundesverkehrswegeplans nicht zu gefährden, ignorieren unsere politischen Entscheidungsträger in Stadt und Kreis diesen Sachverhalt! Prima, dass nun das RP diese Sache öffentlich benannte. Interessierte Bürger hatten dies seit längerem vermutet. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass mit der o.g. Summe an anderer Stelle mehr für die Beseitigung der Reutlinger Verkehrsprobleme getan werden könnte.

Andreas Frosch, Reutlingen