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April 2005

Artikel, sortiert nach Datum

29.04.2005 Umgehungstrassen sind der falsche Weg

Feinstaub - Grüner Vorstoß für Sofortmaßnahmen und langfristig wirksame Steuerungspolitik der Stadt

Umgehungsstraßen sind der falsche Weg

REUTLINGEN. Umgehungsstraßen sind, wie immer man sonst dazu steht, in Sachen Feinstaub keine Lösung. Diese Auffassung vertreten Friedemann Rupp, Christoph Joachim und ihre Kollegen in der Reutlinger Gemeinderatsfraktion der Grünen und Unabhängigen, die in drei Anträgen kurz- und langfristige Möglichkeiten aufzeigen, die ihrer Ansicht nach mehr Wirkung erreichen würden.

Unverständlich finden die Grün-Unabhängigen Umfang und Inhalt eines »Sachstandsberichts«, den die Verwaltung kürzlich dem Umweltausschuss vorgelegt hat. Angesichts in Stuttgart und anderswo längst vorliegender Ergebnisse und Planungen sei das Reutlinger Papier schlicht unzureichend und treffe in der Sache so wenig wie analoge Veröffentlichungen der hiesigen Industrie- und Handelskammer: Achalmtunnel und andere Umgehungsstraßen verlagerten das Problem nur, zögen langfristig außerdem zusätzlichen Fern-Verkehr an. Und die Dietweg-Trasse führt auch noch durch einen letzten Grüngürtel zwischen dicht bebauten Wohngebieten.

Einhaltung ist einklagbar

Die Messanlage beim alten Feuerwehrhaus sei zwar »in Ordnung«, betont Joachim, doch müsse unbedingt auch in der Karlstraße mit ihren vielen Anwohnern gemessen werden: Die »grundstücksfeine« Messung sei nämlich möglich, die Einhaltung der Grenzwerte einklagbar. Kurzfristig könne dann eine Verkehrsbeschränkung für hoch emittierende Fahrzeuge greifen, dazu ein Tempolimit zur Verstetigung des Verkehrsflusses. Insgesamt gelte es, neben punktuellen Belastungen das »Hintergrund-Niveau« beim Feinstaub zu beachten.

Langfristig muss nach Ansicht der Grünen vor allem der Öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) gestärkt und verbessert, verdichtet werden. Anzustreben sei auch das von der Verwaltung ebenfalls angesprochene Verkehrsmanagement, vor allem die, gerecht nach den Kosten bemessene, Parkraum-Bewirtschaftung. Natürlich dringend sei auch die Umrüstung des Fuhrparks der Stadt und der RSV auf Rußfilter oder Erdgas, wie übrigens auch von der FWV gefordert. Auch der Hausbrand müsse beobachtet, die Nahwärme-Versorgung ausgebaut, emissionsarme Technik gefördert werden.

Busse statt Parkplätze

Insgesamt müsse die Stadt ihre Möglichkeiten einer Steuerungspolitik nutzen und ein Leben ohne Auto attraktiver machen. Noch bessere ÖPNV-Versorgung statt zusätzlicher Stellplätze, das sei beispielsweise auf dem zur Bebauung anstehenden Lindach-Areal der bessere Weg; die Nachbarstadt Tübingen gebe derzeit auf ihrem Kasernengelände ein Beispiel solchen Vorgehens. (lb)

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